Februar, Bienenlieb

Liebe Imkerinnnen und Imker,

Mit Anfang Februar beginnen wir nach einer ausführlichen Urlaubspause mit den ersten Arbeiten und Vorbereitungen für die nächste Saison. Wie viel Zeit wir dafür haben, ist von Jahr zu Jahr unterschiedlich.

Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein.
Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.

Die Tageslänge entwickelt sich ab der Wintersonnenwende nach einer Sinuskurve. Sie nimmt zunächst nur um ein paar Sekunden pro Tag zu und erreicht zum Frühlingsbeginn am 20. März das Maximum von 4 Minuten pro Tag. Ab Lichtmess am 2. Februar wird die Kurve spürbar steiler und die Tage werden merklich länger. Die Bienenvölker sind zu diesem Zeitpunkt auch schon wieder dabei ihr Brutnest aufzubauen.

Im Februar

Die Arbeit bei den Bienen beschränkt sich in den Wochen bis Mitte Februar auf die Kontrolle der Fluglöcher. Diese sollten frei sein, damit die Bienen an Tagen mit schönem Wetter zu ihren Reinigungsflügen aus den Beuten können. Mitte Februar wird eine Kontrolle der Volksstärke und Futtervorräte durchgeführt. Dazu reicht das Anheben der Beute auf der Hinterseite, um ein grobes Gefühl für das Gewicht im Vergleich zu anderen Völkern zu bekommen. Um festzustellen, ob das Volk noch lebt, kann an einem schönen Tag der Flugbetrieb beobachtet werden, im Zweifel kippen wir bei dem Volk kurz den Deckel hoch – nur einen Spalt, um zu sehen, in wie vielen Wabengassen Bienen unter der Folie sitzen. Zu diesem frühen Zeitpunkt werden die Völker nicht geöffnet und auch nichts am Wabensitz verändert! Ist das Volk schwach und hat nur sehr wenige Bienen, sollten diese an einem warmen Tag in der Wiese abgekehrt werden. Völkervereinigen funktioniert zu dieser Jahreszeit nicht. Hat das Volk genug Bienen, ist aber vergleichsweise leicht, kann eine Notfütterung erfolgen. Damit die Bienen nicht zu sehr gestört werden, machen wir das wieder an einem warmen Tag und mit einer aufwändigeren Spezialfütterung: entweder mit einem frischen Futterteig, der dünn ausgerollt direkt unter der Folie auf die Rähmchen gelegt wird oder mit eigenem Blütenhonig, den man in einen
Tiefkühl- oder Vakuum-Beutel füllt und mit ein paar kleinen Löchern angestochen ebenfalls direkt unter der Folie auf die Rähmchen legt. Viel mehr lässt sich im Februar bei den Völkern nicht retten – vielleicht hilft ein Abgleich mit den Aufzeichnungen aus der letzten Saison, um festzustellen, welche Völker zu schwach eingewintert wurden bzw. zu wenig Futtervorrat bekommen haben.

Bruträhmchen im Format EHM-Jumbo mit Mittelwand im oberen Drittel und Naturwabenbau.

Dieses Volk ist am Ende. Ein paar Bienen, genug Futter und vereinzelte abgestorbene Brutzellen.

Leere Beuten und Tote Völker

Der Verlust eines Volkes ist immer traurig. Dafür kann es viele Ursachen geben, manche lassen sich recht leicht feststellen, andere wiederum bleiben ein Rätsel. Wenn die Futterwaben leer sind, Bienen mit dem Kopf in leeren Zellen stecken und viele tote Bienen am Boden liegen, ist das Volk verhungert. Sind die Rähmchen voll mit Futter, aber keine oder nur mehr sehr wenige Bienen da, konnte sich das Volk aufgrund der Varroa- und Virenbelastung nicht mehr halten. Weitere Anzeichen in diesem Fall sind vereinzelte abgestorbene Brutzellen und sehr wenig tote Bienen am Boden. Natürlich gibt es noch andere Möglichkeiten, man sollte aber zu sich selbst ehrlich sein und die naheliegende Ursache akzeptieren. Die Situation lässt sich nicht mehr retten, aber das Wissen über die Ursache hilft für die nächste Saison. Kann die Ursache nicht selbst festgestellt werden, helfen gerne die Imkervereine bzw. deren Gesundheitswarte weiter. In manchen Fällen ist es auch sinnvoll Proben mit toten Bienen und/oder Waben zur Untersuchung einzuschicken. Dazu am besten die toten Bienen und Waben tiefgekühlt aufbewahren und den genauen Ablauf absprechen. Untersuchungen werden in Österreich von der AGES in Wien durchgeführt, wobei es nur für bestimmte Untersuchungen Förderungen und somit Kostenübernahmen gibt, das endet leider immer wieder in ungeklärten Fällen.

In den letzten Jahren fällt in der Praxis auf, dass das die Anzahl der Varroen die ein Bienenvolk aushalten kann, deutlich gesunken ist. Wir vermuten die Ursache hier in einer höheren Virenbelastung pro Milbe und somit einer niedrigeren Schadschwelle bei den Völkern. Das zeigt dass eine zuverlässige komplette Entmilbung im Sommer und eine laufende Reduktion der Milben noch viel wichtiger wird. Diese Punkte werden uns in den nächsten Monaten noch intensiv beschäftigen.

Im Februar bereiten wir auch unser Material vor, entsprechend der Überlegungen aus dem Jänner planen wir die Produktion für Beuten und Rähmchen. 

Beuten und Rähmchen

Wir lassen unsere Rähmchen in einer sozialen Einrichtung in Salzburg produzieren. Versetzt gedrahtet und mit einer Griff-Fräsung.

Es gibt so viele verschiedene Beuten- und Rähmchen-Formate, jeder Imker hat wohl viele Argumente warum sein System das für ihn beste ist. Es spricht nichts dagegen, die ersten zwei Völker inklusive sauberer und gut gepflegter Beuten zu kaufen. Wenn es mit der Imkerei dann aber weiter geht, sollte man sich mit den Unterschieden, Vor- und Nachteilen genauer beschäftigen und ein passendes System auswählen:

  • welche Behausung ist für die Bienen gut?
  • welche Behausung ist für den Imker gut?

Die Bienen sind an sich recht unkompliziert und bauen ihr Nest in allen möglichen Formen und Formaten, je nach Platzangebot. Wichtig sind aber hier natürliche Materialen wie Holz und Materialien, die die Bienen nicht nach und nach abtragen (und somit z.B. in den Wabenbau einarbeiten). Das kann mit Dämmplatten, Styropor, Kunststoff etc. passieren. Genau aus diesen Gründen sind in den biologischen Grundregeln nur Holz und Edelstahl erlaubt. Für die Bienen ist noch eine gute Isolierung nach oben wichtig. Wärme steigt nach oben, d.h. wenn der Deckel dicht und isoliert ist, kann das Bienenvolk die Wärme gut halten. Ein geschlossener Brutraum, d.h. das gesamte Brutnest auf einer Zarge hat für Bienen und Imker große Vorteile. Dabei ist es nebensächlich welches Format, mit geschlossenem Brutraum gibt es für viele Systeme eine Lösung.

Viel wichtiger bei der Auswahl der Systeme sind die Kriterien für den Imker. Am Anfang ist es nicht so schlimm wenn nicht alles gut zusammenpasst, mit ein paar mehr Völker macht sich aber gutes Material bezahlt. Die Thematik von Viren und Krankheiten in alten Beuten und Rähmchen wird oft unterschätzt, wer sich ernsthaft mit der Imkerei beschäftigt sollte schon 100-200 Euro für eine neue Bienenwohnung übrig haben. Untersuchungen zeigen, dass sich die Viren – die sich natürlich auch in den Rähmchen festsetzen – erst nach mehreren Stunden mit über 140 °C abgetötet werden können. Die bisher üblichen Methoden mit Geschirrspüler, Ätznatron und ein bisschen abflämmen sind also zu wenig. Für Beuten und auch Rähmchen. 

Wir haben das bei uns regional übliche Format Einheitsmaß leicht modifiziert aber kompatibel belassen. Dabei ist die Variante Einheitsmaß-Jumbo entstanden, die dem Bienenvolk einen geschlossen Brutraum auf einer größeren Zarge bietet. Gleichzeitig sind die anderen Zargen weiterhin für Ableger und Honigräume nutzbar, auch Deckel und Böden sind immer gleich. Ob man den geschlossenen Brutraum nur auf Einheitsmaß-Jumbo, Zadant, Dadant oder einem anderen System umsetzt, ist eher nach regional und klimatischen Punkten zu entscheiden. Der Brutraum sollte an die jeweiligen durchschnittlichen Volksstärke angepasst sein. Bei uns wäre Dadant dafür zu groß, der Brutraum die meiste Zeit nicht voll besetzt. Beim Einheitsmaß-Jumbo kommen die Bienen in durchschnittlichen Jahren sehr gut mit dem Platz aus, in besonders guten Jahren wird der Brutraum auf bis zu 10 Jumbo-Rähmchen geführt und es können laufend Ableger erstellt werden. Gleichzeitig profitieren die Bienen von weniger Störungen durch den Imker, wenn wir den Brutraum möglichst in Ruhe lassen.

Vergleich der Brutflächen in den verschiedenen Rähmchenformaten:
Einheitsmaß 700 cm², Einheitsmaß Jumbo 900 cm², Dadant mod. 1100 cm², Zander 760 cm², Zadant 1060 cm², Zander Jumbo 1180 cm² – mal vier gerechnet ergibt dieser Wert die Anzahl der Zellen pro Wabenseite (alle Werte gerundet).

Besonders wichtig ist für uns auch der Abstand der Rähmchen zueinander und zum Beutenrand. So können Rähmchen leicht entnommen werden und lassen sich auch ganz leicht beispielsweise für Ableger neu kombinieren.

Mittelwände einlöten

Zwei wichtige Tipps beim Einlöten der Mittelwände in die Rähmchen. Werden die Mittelwände zuvor auf ca. 29 °C erwärmt, bilden sich später im Volk keine Wellen auf den Mittelwänden. Dort hat es dann immerhin 36 °C, eine bei 21 °C eingelötete Mittelwand würde sich dann also ausdehnen. Die Mittelwände können links, rechts und unten ruhig etliche Millimeter Abstand haben.

Bei der Mellifera-Einraumbeute sind geschlossener Brutraum, natürlicher Wabenbau und alle Rähmchen auf einer Ebene gut kombiniert. Eine interessante Alternative ohne viel Mehraufwand

In den Bio-Richtlinien ist ein Anteil von mindestens 10 Prozent Naturwabenbau vorgegeben. Wir verwenden immer volle Rähmchen, löten aber oft nur im oberen Drittel einen Mittelwand ein. So ist für die Bienen die Baurichtung klar definiert, es bleibt aber genug Platz um das Rähmchen so auszubauen, wie es die Bienen für richtig halten. Das führt zu sehr schönen, zarten Waben, mit Drohnenzellen dort wo sie das Volk haben will und Brutwaben die oft nicht bis zur Unterleiste ausgebaut sind. So können die Bienen leichter zwischen den Waben hin und her und die Waben lassen sich viel besser für die interne Kommunikation über Schwingungen nutzen.

Bei alternativen Bienenwohnungen (hier die Bienenkugel) den Mehraufwand und die Möglichkeiten der Eingriffe bedenken.

Alternative Bienenwohnungen

Besonders interessant sind die vielen Alternativen bei den Bienenwohungen. Rund, sechseckig, ein Baumstamm als Klotzbeute, Trogbeuten, etc. – viele Wege führen zum Ziel und den Bienen ist es egal. Die Probleme tauchen dann auf, wenn die Völker gegen die leider vorhandenen Krankheiten behandelt und in Vorbereitung darauf auch zumindest ein Teil des Honigs entnommen werden muss. Wir probieren selbst sehr viele diese Alternativen aus. Manche sind interessant, andere wiederum stellen sich als ungeeignet heraus. Wichtig ist aber, die Imkerei zuerst mit den relativ einfach nutzbaren Magazinen zu lernen und später – vielleicht als Ergänzung – die ein oder andere Alternative zu testen. Mit dem fachlichen Wissen und dem Bewusstsein für den nötigen Mehraufwand. Ansonsten bezahlen die Bienen die Rechnung.

Bei der Mellifera-Einraumbeute sind geschlossener Brutraum, natürlicher Wabenbau und alle Rähmchen auf einer Ebene gut kombiniert. Eine interessante Alternative ohne viel Mehraufwand.

Feedback der Leser

David B. schreibt: bezüglich Honigpreis: Sie schreiben von EUR 14,-/kg konventionell – dieser Preis ist evtl. in Salzburg (weniger Tracht?) möglich aber nicht in Regionen mit mehr Tracht (Löwenzahn, Raps, Robinie, Linde, Sonnenblume) … Was können Sie als realistischen Preis empfehlen, ich stecke nämlich in einem ähnlichen Dilemma damit, und denke mir immer, was ich für dieses Produkt ausgeben würde.

Meine Empfehlung mit 14 Euro pro Kilo für konventionellen Honig ist ein Mindestpreis der immer gilt, unabhängig vom Trachtgebiet. Wichtig ist, dass die Imker selbst hinter der Qualität ihres Honigs stehen, dann ist die Argumentation und auch die Akzeptanz bei den Kunden kein Problem. Dumping-Preise wird es immer geben, die sollte man einfach ignorieren. Mit einem eigenen Etikett, einem besonderen Standort oder anderen Dingen kann man sich gut absetzen.
David R. schreibt: Danke für die Tipps in Bienenaktuell. Besonders für die mutige Honig Preis Empfehlung! Ich finde über die Preisgestaltung wird in den Kursen und Schulungen der Verbände viel zu wenig darauf eingegangen.
Danke für dein Feedback!

FEBRUAR
– Fluglöcher kontrollieren
– Tote Völker bienendicht verschließen
– Ursachen feststellen (Auswaschmethode)
– Futterkontrolle
– Rähmchen vorbereiten

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